Förderung der Teamkultur

Eine Methode um den Teamgeist durch Visualisierung gemeinsamer Highlights zu stärken.

Von Paula Zegers

Tage und Wochen verstreichen und der beschäftigte Arbeitsalltag im fünfköpfigen Team führt dazu, dass teaminterne Aufgaben und Wünsche auf unbestimmte Zeit geschoben werden. Ein Jahr verstreicht und das Bedürfnis nach Austausch, Gemeinschaft und Bindung wächst. Durch diese Vernachlässigung kann sich eine latente Unzufriedenheit und Passivität auf Dauer entwickeln. Diese Situation bemerkte die Gestalterin im Team und wollte dem gezielt nachgehen und entgegensteuern.

Eine Workshopserie wurde gestaltet und in einem ersten einstündigen Workshop wurde ergründet, welche Anliegen in Team bestehen. Dadurch brachte die Gestalterin in Erfahrung, dass ein Wunsch nach intensiverem Austausch und mehr Abwechslung die Alltags-Routine beleben kann.

Beim zweiten Workshop wurde dieses Bedürfnis präziser definiert und eine gemeinsame Basis erarbeitet. Durch gezielte Beobachtungen und Diskussionen entwickelte sich die Idee zur Methode «Highlight-Board».

Wie können wir unsere Teamkultur durch mehr Abwechslung und Zusammenarbeit positiv beeinflussen?

Ausgangslage

Unser Team besteht aus vier hauptsächlich teilzeitarbeitenden Designern und einer Office Managerin. Da selten das gesamte Team anwesend ist und jeder grundsätzlich an eigenen Projekten mit externen Teams zusammenarbeitet, kommt es hin und wieder vor das der regelmässige Austasuch untereinander in den Hintergrund rückt.

Vorgehen & Methodenanwendung

Da das gesamte Team selten vollständig ist und zusammenarbeitet, war es mir wichtig einen lebendigen und abwechslungsreichen Workshop durchzuführen. Alle Beteiligten sollten die Möglichkeit haben ihre Ansichten mitteilen zu können.

Workshop 1 — Happiness-Check
Für das Workshopdesign habe ich einen Einstieg gewählt, um die derzeitige Befindlichkeit im Team zu erfahren. In Übereinstimmung mit einer Psychologin, mit der Expertise im Bereich Transformation und Entwicklung in der Unternehmenskultur, wurden sieben gezielte Aussagen definiert. Diese Erläuterungen wurden mit einer Skala von 1 (niedrig) bis 7 (hoch) auf einer Wand befestigt.

Folgende Statements wurden definiert:

  1. Ich fühle mich als wichtiger Bestandteil im Team.
  2. Der Einsatz für meine Arbeit wird ausreichend geschätzt und belohnt.
  3. Ich bin stolz auf meine Arbeit.
  4. Meine Arbeit erfüllt mich persönlich und beruflich.
  5. Für mich ist die Arbeit herausfordernd.
  6. Meine Meinung wird von allen gehört und geschätzt.
  7. Ich kann Risiken eingehen und darf auch mal scheitern.

Jeder Teilnehmer konnte sich anschliessend selbständig auf der Skala zuordnen. Dies wurde kurz im Plenum besprochen und hielf einen den Raum zu schaffen, um offen und ehrlich aufeinander einzugehen.

Optimierungspotenzial
Im Anschluss fand ein stilles Brainstorming statt und jeder sammelte einige Punkte, welche Veränderungen sie sich im Team wünschen. Als Hilfestellung legte ich einige Bereiche fest, bei welchen Optimierungen stattfinden könnten.

Accept oder React
Jeder stellte seine Inputs kurz vor und teilte diese bei den beiden Bereichen «Accept» oder «React» ein. Dies galt als Anstoss um zu erkennen, ob wir gewisse Ideen eventuell gar nicht ändern können, also akzeptieren müssen oder ob wir diese Änderungsvorschläge gemeinsam angehen könnten.

Priorisierung
Bei den eingeteilten Ideen unterhalb des Feldes «React», wurde gemeinsam mit Klebepunkten anhand dem Prinzip der Punktbewertung priorisiert.

Workshop 2 — Gemeinsames Verständnis
Bei der nächsten Zusammenkunft wurde das oberste priorisierte Bedürfnis ausgewählt und spezifiziert. Hierbei stellten wir fest, dass es ganz unterschiedliche Auffassungen dazu gab. Ein gemeinsames Verständnis wurde erarbeitet und zusammengefasst.

Entwicklung der Methode «Highlight-Board»
Anhand der Vielseitigkeit der erarbeiteten Bedürfnisse und insbesondere der gemeinsame Wunsch nach vermehrtem Austausch und Abwechslung, kam die Idee zum Highlight-Board. Diese Methode sollte mit wenig Aufwand und Vorbereitung im Team umgesetzt werden können. Es sollte in unaufdringlicher Form eine Erinnerung sein, dass die teaminterne Zufriedenheit relevant ist und kontinuierlich angegangen werden muss.

Ergebnisse & Reflexion

Ergebnisse
Die Methode wurde durch ihre unaufdringliche, simple und doch präsente Art positiv aufgenommen. Das Highlight-Board lässt sich einfach integrieren. Dadurch das die definierten Highlights in regelmässigen Abständen geändert und gemeinsam definiert werden, bleibt die Abwechslung bestehen. Falls die Routine doch unbewusst einkehrt, macht diese Methode dies sofort ersichtlich und dient zum Umdenken.

Im Allgemeinen sind wir es uns gewohnt unter Regeln und Einschränkungen zu arbeiten, nicht bei dieser Methode. Das finden neuer Highlights sind kaum Grenzen gesetzt. Für das Team war das zu Beginn etwas unüblich und forderte ein gewisses Umdenken. Mit der Zeit entstanden durch alle Beteiligten verschiedenste Ideen, welche mit Freude umgesetzt wurden.

Reflexion
Ich ging an die Arbeit mit einer klaren Vorstellung was dem Team fehle und begann gleich lösungsorientiert eine Methode präsentieren. Sobald ich aber das gesamte Team miteinbezog, entstand ein ganz neuer Blickwinkel und daraus entwickelte sich eine ganz andere Umsetzung.

Workshopvorbereitung
Workshopvorbereitung
Ergebnis nach dem Workshop
Ergebnis nach dem Workshop
Skizze der Methode
Skizze der Methode
Umsetzung der Tafel
Umsetzung der Tafel
Umsetzung der Tafel
Umsetzung der Tafel
Endergebnis der Tafel
Endergebnis der Tafel