Brücke in die Zukunft

Eine haptische Brücke für das Zukunftsdenken schaffen.
Sich durch Rollenspiele in die Perspektive der Betroffenen hineinversetzen.

Zeit

45 Minuten

Gruppengrösse

4–12 Personen

Schwierigkeitsgrad

Methodentypologie

  • Warm up
  • Sammeln
  • Kommunikation & Kultur
Von Lukas Bosshard (2026)

Die Methode eignet sich zum Einstieg in die Problemerkundung von Herausforderungen, die in der Zukunft liegen (Double Diamond, Problem Space, Discover-Phase, Empathize). Die Mitwirkenden werden über eine haptische Brücke aus dem Gegenwartsdenken ins Zukunftsdenken geführt. Für die Imagination der möglichen Zukunftsszenarien sollen sich die Mitwirkenden in die Schuhe der betroffenen Benutzer:innen stellen und aus deren Sicht die zukünftigen Erwartungen und Herausforderungen in einem Rollenspiel (Pre-Enactment) verkörpern.

  • 1. Objekt wählen (5')

    Die Mitwirkenden gehen durch das Haus/Büro/Gebäude und suchen einen Gegenstand, der zukünftig im Alltag der Benutzer:innen von grosser Bedeutung sein könnte.

  • 2. Objekt für Zukunft ertüchtigen (10')

    Sie ergänzen den gewählten Gegenstand mit neuen Eigenschaften, die den Benutzer:innen das Leben erleichtern oder verschönern können. Das Objekt kann auch in einem ganz anderen Zusammenhang verwendet werden, wenn es dadurch für die künftigen Herausforderungen besser geeignet sein wird. Die Mitwirkenden nutzen Papier, Karton, Draht, Stoff, Klebeband oder Stifte, um den Gegenstand durch ganz einfaches Prototyping zu erweitern.

  • 3. Objekt präsentieren (5')

    Die Facilitator:in bildet zwei bis drei Gruppen à je zwei bis vier Personen. Die Gruppenmitglieder zeigen sich gegenseitig ihre Gegenstände und erklären, welche neuen Eigenschaften und Funktionen diese nun aufweisen und welchen Nutzen sie stiften.

  • 4. Alltagssituation der Benutzer:innen (10’)

    Die Gruppen erhalten den Auftrag, eine Geschichte einer zukünftigen Alltagssituation der Benutzer:innen (z.B. Frühstück, Einkauf, Arbeitssituation, Transport) zu entwickeln. Dabei spielen die erweiterten Objekte eine Rolle und kommen mit ihren neuen Funktionen zur Anwendung. Die Präsentation ist ein Rollenspiel (Dauer 2’), bei dem die Mitwirkenden die Benutzer:innen verkörpern.

  • 5. Pre-Enactment (5’)

    Die Gruppen spielen einander die erfundenen Zukunftssituationen in einem Rollenspiel vor. Dabei bringen sie die verbesserten Gegenstände zum Einsatz und demonstrieren, wie diese den Benutzer:innen helfen werden, die künftigen Herausforderungen besser zu bewältigen.

  • 6. Reflexion (10’)

    Im Plenum: Die Facilitator:in stellt drei Leitfragen zur gemeinsamen Reflexion: 
    a. «Was hat euch überrascht?» 
    b. «Welche Bedürfnisse der Benutzer:innen sind sichtbar geworden?» 
    c. «Was lernen wir über ihre möglichen Zukünfte?» 

Rollen & Haltung
  • Facilitator:in: Gibt und hält den Raum, ist beobachtend, transportiert das Zukunftsdenken und unterstützt den Nutzer:innen-Fokus.
  • Vier bis zwölf Mitwirkende in zwei bis drei Gruppen.
Benötigtes Material
  • Prototyping-Material zur Ergänzung der Objekte mit neuen Eigenschaften: Papier, Karton, Schnur, Draht, Stoff, Leder, Leim, Stifte, Schere 

  • Workshop-Timer 

Tipps an Facilitator:innen

Warm-up ist alles: Die Gruppe nicht «kalt» in die Methode hineinwerfen! Mit einem passenden «Icebreaker» eine kollaborative, interaktive Atmosphäre schaffen und den Mitwirkenden die Gelegenheit geben, über eine lockere Interaktion in Verbindung zu kommen.

Gegebenenfalls den Perimeter für die Suche nach einem Objekt im Gebäude einschränken, diesen grundsätzlich so offen wie möglich halten.

Die Mitwirkenden ermuntern, sofort ins Tun zu kommen.
Als Facilitator:in den Zeitplan hüten. 

In der Reflexion die Beiträge der Gruppen würdigen, die Beobachtungen zusammentragen und durch geeignete Leitfragen die Mitwirkenden zur nachfolgenden, zukunftsorientierten Aufgabe (i.e. Empathy Map, User Journey) überleiten.

Eine haptische Brücke für das Zukunftsdenken schaffen.
Eine haptische Brücke für das Zukunftsdenken schaffen.
Mitwirkende suchen im Haus einen Gegenstand und statten diesen mit neuen Eigenschaften aus.
Mitwirkende suchen im Haus einen Gegenstand und statten diesen mit neuen Eigenschaften aus.
Mitwirkende präsentieren einander ihre Objekte. Sie erfinden eine Geschichte einer zukünftigen Alltagssituation, in der die Objekte mit den neuen Eigenschaften eine Rolle spielen.
Mitwirkende präsentieren einander ihre Objekte. Sie erfinden eine Geschichte einer zukünftigen Alltagssituation, in der die Objekte mit den neuen Eigenschaften eine Rolle spielen.
Mitwirkende verkörpern die Benutzer:innen in einem Rollenspiel (Pre-enactment) unter Verwendung der modifizierten Objekte.
Mitwirkende verkörpern die Benutzer:innen in einem Rollenspiel (Pre-enactment) unter Verwendung der modifizierten Objekte.

Verweise