Der gute Schiedsrichter

Die Effizienz von Meetings unter Leitung eines Schiedsrichters auf spielerische Art steigern und Fairplay fördern.

Zeit

abhängig vom Meeting

Gruppengrösse

3–12 Personen 

Schwierigkeitsgrad

Charakter

Konvergierend, verbal, beruhigend, aktivierend

Von Nathalie Stenger

Die Methode beschreibt eine spielerische Weise, um Meetings zu fokussieren und das Zeit- und Ressourcenmanagement effizienter zu gestalten. Anstelle eines einzigen Sitzungsleiters können alle Teilnehmer den Ablauf aktiv beeinflussen. Der Key-Aspekt liegt hier in der gemeinsamen Gestaltung der Regeln sowie dem Schiedsrichter, welcher für deren Einhaltung sorgt.

  • 1. Spielmaterial

    Aktionskarten

    • Kaffeekarte → Ich brauche eine Pause
    • Gelbe Karte → Diese Diskussion / dieses Thema ist hier fehl am Platz

    Parkplatz
    Ein Bereich in dem Themen notiert werden, welche nicht im Rahmen des aktuellen Meetings besprochen werden

  • 2. Spielfiguren

    Spieler

    • Alle Teilnehmer sind Spieler
    • Jeder Spieler besitzt eine Kaffe- und Gelbe Karte, welche er jederzeit einsetzten darf, um dem Schiedsrichter zu signalisieren, dass er eingreifen muss. Die Aktionskarten dürfen beliebig oft eingesetzt werden.
    • Alle Spieler haben die Verantwortung, dass die Zeit eingehalten wird. Der Einsatz der Aktionskarten soll sie dabei unterstützen.

    Der Schiedsrichter

    • Ein Spieler übernimmt zusätzlich zur Rolle des Spieler die Aufgaben des Schiedsrichters. Das bedeutet, alles, was ein Spieler darf, darf auch der Schiedsrichter.
    • Während des Meetings sorgt der Schiedsrichter dafür, dass die Spielregeln eingehalten werden, hierzu darf er die jeweiligen Teilnehmer quasi ermahnen und auf die vereinbarten Regeln aufmerksam machen.
    • Aktionskarten durchzusetzen: Sobald ein Spieler seine Aktionskarte einsetzt, liegt es im Ermessen des Schiedsrichter in die laufende Diskussion einzugreifen. Hierzu darf er die Diskussion beenden und das Thema auf dem Parkplatz platzieren oder timeboxing anwenden.
  • 3. Spielanleitung und Regeln

    Um das Meeting vorzubereiten, erarbeiten die Teilnehmer gemeinsam folgende Punkte:

    • Was wollen wir mit dem Meeting erreichen? Hier eignet sich die Methode “Job to be done”
    • Wie viel Zeitaufwand möchten wir betreiben, um dieses Ziel zu erreichen?
    • Regeln festlegen. Überlegt euch, welche Regeln sinnvoll sind aufzustellen. Hier soll jeder Teilnehmer die Möglichkeit haben, seine Bedürfnisse und Erwartungen an das Meeting einzubringen. Die Regeln müssen während des Meetings für alle gut sichtbar, z.B. auf einem grossen Poster, platziert werden.
  • 4. Durchführung

    • Zu Beginn wird ein Schiedsrichter festgelegt (diese Rolle sollte in jedem Meeting rotieren).
    • Jeder Teilnehmer (Spieler) erhält seine Aktionskarten.
    • Während die einzelnen Traktanden abgearbeitet werden, sorgt der Schiedsrichter für die Einhaltung der Regeln und Durchsetzung der Aktionskarten.
Rollen

Schiedsrichter

Spieler

Benötigtes Material
  • Aktionskarten
  • Uhr
  • Flipchart

Tipps

Die Rolle des Schiedsrichters muss von jedem Teilnehmer akzeptiert werden, ebenso muss ein gewisses Vertrauen bestehen, dass niemand die Aktionskarten missbraucht.

Die Methode eignet sich besonders für wiederkehrende Meetings, da hier die Struktur fix ist.

Je nach Bedürfnissen des Teams können die Aktionskarten angepasst werden, z.B. für konkrete Fälle wie “Meinung des technischen Leiter einholen”.

Die Regeln können immer wieder angepasst werden, je nach Bedürfnissen der Teilnehmer.