Ja aber - ja genau!

In Innovationsprozessen durch Aussenblicke neue Perspektiven öffnen 

Zeit

120 Minuten

Gruppengrösse

4–15 Personen

Schwierigkeitsgrad

Methodentypologie

  • Problem (Re-) Definition
  • Ideen kreieren
  • Kommunikation & Kultur
  • Bewerten & Feedback
Von Denise Belloli (2026)

Neue Ideen lassen sich sehr gut anhand konkreter Anwendungsfälle oder Fragestellungen entwickeln. Die direkt involvierten Personen (hier als Projektteam bezeichnet) sind thematisch zwar sehr versiert, ihnen fällt es aber oftmals schwer, über die bestehenden, realen Rahmenbedingungen hinaus frei zu denken. Hier hilft es, ein unbeteiligtes Expert:innenteam beizuziehen, welches Ideen generieren kann, die vielleicht über das effektiv Machbare hinausgehen, aber im Kern interessant wären. 

Die Ideen des Expert:innenteams werden in einem gemeinsamen Workshop mit dem Projektteam gespiegelt. Daraus können neue Ansätze für die im Fokus stehende Fragestellung generiert, Learnings für künftige Anwendungsfälle gesammelt und die eigene Haltung geschärft werden. Personen, die weder in das Projekt involviert, noch im Expert:innenteam sind, helfen bei der Beurteilung und Einordnung der Ideen (unten «neutrale Gruppe» genannt).

  • Vorbereitung: Themensetzung

    Im Vorfeld des Workshops wird festgelegt, für welchen Anwendungsfall resp. für welche Fragestellung Ideen entwickelt werden sollen, und welche Aspekte dabei im Fokus stehen sollen. Bei Bedarf werden relevante Begriffe geschärft und für den Kontext definiert.

  • Vorbereitung: Ideen entwickeln

    Das Expert:innenteam entwickelt auf Basis des realen Anwendungsfalls Ideen, welche die Fragestellung adressieren, die bestehenden Rahmenbedingungen aber vernachlässigen dürfen.

  • 1. Wissensgleichstand herstellen (10’)

    Das Projektteam erläutert den Anwendungsfall und die zu bearbeitende Fragestellung. In einer kurzen Plenumsrunde werden Verständnisfragen geklärt.

  • 2. Ideen präsentieren (20’)

    Das Expert:innenteam präsentiert seine Ideen. Alle Teilnehmenden machen sich Notizen auf vorbereiteten Templates

  • 3. Jurieren (60’)

    Die Ideen werden entlang der Fragen auf dem Template diskutiert. Folgende Themen werden angesprochen: 

    • Wirkungsbeitrag der Ideen des Expert:innenteams zur Fragestellung 
    • Umsetzungshindernisse und möglicher Umgang damit  
    • Offene Fragen, Wissenslücken 

    Die Diskussion erfolgt je nach Gruppengrösse im Plenum oder in Kleingruppen. Bei der Diskussion in Kleingruppen sollte in jeder Gruppe das Projektteam, das Expert:innenteam sowie die neutrale Gruppe vertreten sein. 

    Wird in Gruppen diskutiert, sollten anschliessend die Erkenntnisse im Plenum zusammengetragen werden.

  • Abschluss und Ausblick (30’)

    Alle Teilnehmenden formulieren mündlich, was sie aus dem Workshop für sich und ihre Arbeit mitnehmen. Gemeinsam werden die nächsten Schritte definiert (zum Beispiel: Füllen von Wissenslücken, Weiterbearbeitung konkreter Ideen).

Rollen & Haltung
  • Facilitator:in 
  • Projektteam 
  • Expert:innenteam 
  • Neutrale Gruppe 
Benötigtes Material
  • Templates A5 oder A4 für Notizen, A3 oder A2 für Jurierung 
  • Flipcharts 
  • Post it's 
  • Stifte 
  • Projektunterlagen bei Bedarf

Tipps an Facilitator:innen

Fokus, Fokus, Fokus! Am Workshop nehmen Personen teil, die zum konkreten Anwendungsfall oder generell dem Fachgebiet sehr viel wissen. Das Risiko besteht, dass Personen weit vom Thema abschweifen. Hier ist es wichtig, den Fokus immer wieder auf das Thema und die zu diskutierenden Fragen zu lenken.

Ja, aber…! Das Projektteam wird am Workshop mit Ideen konfrontiert, die im Anwendungsfall nicht machbar sind oder die sie womöglich auch schon gehabt und verworfen haben. Das kann zu einer ablehnenden Haltung führen. Facilitator:innen müssen hier mit Fingerspitzengefühl moderieren. Hilfreich ist hier auch der Einbezug der neutralen Gruppe als «Jury».

Wie genau…? Das Risiko besteht, dass Ideen unkonkret bleiben und Learnings auf sehr allgemeiner Ebene diskutiert werden (man sollte…, man könnte…). Facilitator:innen fällt hier die Aufgabe zu, nachzufragen und eine Konkretisierung der Aussagen zu provozieren.

Ausgefülltes Template für die Idee einer neuen Strassenaufteilung
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Zusammenhänge zwischen Effizienz, Konsistenz und Suffizienz
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