Metaphorische Verdichtung

Über spielerische Fragestellungen zum kollektiven Wunsch- und Selbstbild.

Zeit

70–120 Minuten

Gruppengrösse

2–5 Personen 

Schwierigkeitsgrad

Charakter

Konvergierend, visuell, aktivierend

Von Heidi Bernard

Die Methode «Metaphorische Verdichtung» erleichtert den Teilnehmenden den Einstieg in die Selbstreflexion. Sie ermöglicht dadurch Essenzen eines komplexen Zusammenhangs herauszufiltern, um diese im Kollektiv zu verorten. Daraus entsteht rasch ein gemeinsames Wunsch- und Selbstbild, welches Konvergenzen und/oder Divergenzen aufzeigt, sowie Hinweise über die Relevanz einzelner Themenfelder liefert. Das im Kollektiv entwickelte Ergebnis dient als visualisierte Arbeitsvorlage für (Re-)Branding und/oder Organisationsentwicklungsprozesse.

  • 1. Vorbereitung

    Der Moderator bereitet gemäss Vorlage das Whiteboard vor und stellt auf dem Tisch die Utensilien bereit.
    Dauer: 6 Minuten

  • 2. Assoziieren

    Jeder Teilnehmende notiert für sich, zu den jeweiligen Fragestellungen eine Assoziation und drei damit verbundene Eigenschaftswörter/Adjektive.

    • Eigenschaftswort je auf ein Post-It
    • separate Post-It Farbe für jeden Teilnehmenden

    Ist-Zustand Frage: Wenn Ihr Unternehmen/Ihre Abteilung ein «Auto» wäre, was für ein «Auto» wäre es und welche drei Eigenschaften verbindet Ihr damit?

    Soll-Zustand Frage: Wenn Ihr Unternehmen/Ihre Abteilung ein «Auto» wäre, was für ein Auto sollte es künftig sein und welche drei Eigenschaften verbindet Ihr damit?»
    Dauer: 8 Minuten

  • 3. Vorstellen

    Im vier-Minuten-Rhythmus stellen die Teilnehmenden die Assoziationen zu den Ist- und Soll-Zustand Metaphern «Auto», der Gruppe vor. Sie hängen dazu die Post-Its mit den Eigenschaftswörter/Adjektive ins entsprechende Feld auf dem vorbereiteten Whiteboard. Der Ist-Zustand befindet sich links, der Soll-Zustand rechts.

    Zwei Mal Schritt 1. (assoziieren) und Schritt 2. (vorstellen) wiederholen:

    • Mit der Metapher «Tier»
    • Mit der Metapher «Pflanze»

    Dauer: 4 Minuten pro Person

  • 4. Sortieren

    Auf der entsprechenden Seite – der Ist-Zustand befindet sich links, der Soll-Zustand rechts – gruppieren die Teilnehmenden gemeinsam die Post-Its mit den Eigenschaftswörter/Adjektive zu clustern.
    Dauer: 8 Minuten

  • 5. Verorten

    Je mehr Farben ein Cluster enthält, umso mehr Teilnehmende haben sich hierfür ausgesprochen; entsprechend der Anzahl Farben wird der Cluster weiter oben oder unten ans Whiteboard gehängt.
    Dauer: 4 Minuten

  • 6. Bewerten

    Jeder Teilnehmende hat die Möglichkeit drei für ihn aussagekräftige Cluster zu wählen und mit einer eigenen Punktsticker-Farbe zu markieren. Die markierten Cluster werden am Whiteboard neu verortet. Existieren im Ist- und/oder Soll-Zustand gleiche Clustergruppen, dann werden diese zusammengeführt.
    Dauer: 4 Minuten

  • 7. Abschluss

    Der Workshop wird mit einer kurzen Feedback-Runde abgeschlossen, die Ergebnisse werden fotografiert.
    Dauer: 2 Minuten pro Person

Rollen

Moderator/Vermittler

Inhaber/Mitarbeiter

allenfalls Stakeholder

Benötigtes Material
  • Post-Its in verschiedenen Farben (pro Teilnehmendem eine Farbe)
  • Punktsticker in verschieden Farben (pro Teilnehmendem eine Farbe)
  • Marker-Stifte
  • Stuhl für jeden Teilnehmenden
  • Tisch oder eine Schreibunterlage für jeden Teilnehmenden
  • Whiteboard
  • Klebeband
  • Stoppuhr

Tipps

Es ist eine verspielte Methode. Daher kann sie im ersten Moment auch Irritation auslösen. Es bewährt sich ohne grosse Erklärungen zu beginnen.

Der Gruppenzusammenstellung sollte eine besondere Beachtung geschenkt werden; da beispielsweise je nach Unternehmenskultur unterschiedliche Hierarchiestufen in der Gruppe Einfluss auf die Resultate haben können.

Der jüngste Mitarbeiter soll seine Assoziationen zuerst vorstellen (wie in japanischen Meetings).