Mutmomente

Mutkarten & Resonanzkarten – Mutmomente sichtbar machen, Empathie stärken und Barrieren für Speak-Up senken. Eine von drei Methoden aus dem Methoden-Toolkit «Der Wertekompass».

Zeit

45 Minuten

Gruppengrösse

6–12 Personen

Schwierigkeitsgrad

Methodentypologie

  • Warm up
  • Sammeln
  • Kommunikation & Kultur
Von Sanaz Wasser (2026)

Einstiegsmethode für Workshops zu Speak-Up, Zivilcourage und psychologischer Sicherheit. Teilnehmende erinnern sich an eigene Mutmomente und erleben Resonanz – ohne direkte Selbstoffenbarung im Plenum, da anonym gearbeitet wird. Besonders geeignet für heterogene und hierarchische Teams sowie wechselnde Konstellationen, weil Vertrauen und Verbundenheit schnell aufgebaut werden. 

  • 1. Briefing: Mut als Alltagskompetenz und eine eigene Mutstory als Inspiration erzählen (9’)

    Rahmen setzen: Freiwilligkeit, keine Namen, kein Perfektionismus. Ziel: Mutmomente bewusst machen und Resonanz ermöglichen – ohne Druck oder Konfrontation. 

  • 2. Anonyme Mutstory schreiben (10’)

    Jede Person schreibt eine echte Erinnerung in Ich-Form. Leitfragen (kurz): Wo? Was? Was hat Mut gekostet? Wie hat es sich angefühlt? Keine Namen, nur der Moment. 

  • 3. Zufallsverteilung der Stories (1’)

    Karten mischen und zufällig verteilen, sodass jede Person eine fremde Mutstory erhält. 

  • 4. Fremde Mutstory in Stille lesen (5’)

    Alle Teilnehmenden lesen den Text still für sich.
    Die Reflexion erfolgt individuell anhand folgender Fragen:

    •    Was berührt mich?
    •    Welche Kraft spüre ich?
    •    Wo erkenne ich mich wieder?
    •    Was lernt mein Körper?

    Kein Austausch.

  • 5. Resonanz-/Antwortkarte schreiben (10’)

    Jede Person schreibt eine Antwortkarte zur gelesenen Story. Leitstruktur: «Als ich deine Karte gelesen habe…», «Dieser Moment zeigt mir…», «Dein Mut erinnert mich…», «Was ich dir zurückgeben möchte…». Wertschatzung statt Analyse. 

  • 6. Reflexion (10’)

    Kurze Reflexion im Plenum oder in Zweiergruppen (je nach Sicherheitsniveau): Was hat sich verändert? Welche Barriere wurde kleiner? Was nehme ich als Micro-Impuls in den Alltag mit? 

Rollen & Haltung
  • Rollen: Facilitator:in, Teilnehmende 
  • Haltung: wertschätzend, nicht wertend, präsent, sprachlich präzise, schützend gegenüber persönlichen Erfahrungen
Benötigtes Material
  • Mutkarten 
  • Resonanzkarten 
  • Farbige Stifte
  • Moderationskarten (optional) 
  • ruhiger Raum mit Tisch und Sitzmöglichkeiten 
  • Couvert oder Box, um die Mutkarten zu sammeln und anonym zu verteilen 
  • Post-it
  • Board für Schluss-Reflexion

Tipps an Facilitator:innen

Sprache wirkt: Verwende Begriffe wie «wahrnehmen», «würdigen» statt «bewerten» oder «analysieren». Das senkt Hemmschwellen. 

Halte Pausen aus. Stille ist Teil der Methode und ermöglicht tiefere Selbstreflexion. 

Greife nicht korrigierend ein. Resonanz bedeutet Spiegeln, nicht Optimieren. 

Diese Methode ist ein Türöffner – nicht der Ort für Eskalationen oder Problemlösungen. 

Werte-Kompass
Werte-Kompass
Mutmomente – Mutkarten und Resonanzkarten (Mut sichtbar machen und Resonanzfähigkeit stärken)
Mutmomente – Mutkarten und Resonanzkarten (Mut sichtbar machen und Resonanzfähigkeit stärken)
Mini-Lab «Grenzen setzen» (Mikro-Mutübungen für klare Kommunikation)
Mini-Lab «Grenzen setzen» (Mikro-Mutübungen für klare Kommunikation)
Two-Brave-Buddy-System (Nachhaltige Speak-Up Unterstützung im Duo)
Two-Brave-Buddy-System (Nachhaltige Speak-Up Unterstützung im Duo)

Verweise

  • Edmondson, A. (2019): The Fearless Organization 
  • Konzepte zu Psychological Safety & Speak-Up (CRM-Kontext)