Einstiegsmethode für Workshops zu Speak-Up, Zivilcourage und psychologischer Sicherheit. Teilnehmende erinnern sich an eigene Mutmomente und erleben Resonanz – ohne direkte Selbstoffenbarung im Plenum, da anonym gearbeitet wird. Besonders geeignet für heterogene und hierarchische Teams sowie wechselnde Konstellationen, weil Vertrauen und Verbundenheit schnell aufgebaut werden.
1. Briefing: Mut als Alltagskompetenz und eine eigene Mutstory als Inspiration erzählen (9’)
Rahmen setzen: Freiwilligkeit, keine Namen, kein Perfektionismus. Ziel: Mutmomente bewusst machen und Resonanz ermöglichen – ohne Druck oder Konfrontation.
2. Anonyme Mutstory schreiben (10’)
Jede Person schreibt eine echte Erinnerung in Ich-Form. Leitfragen (kurz): Wo? Was? Was hat Mut gekostet? Wie hat es sich angefühlt? Keine Namen, nur der Moment.
3. Zufallsverteilung der Stories (1’)
Karten mischen und zufällig verteilen, sodass jede Person eine fremde Mutstory erhält.
4. Fremde Mutstory in Stille lesen (5’)
Alle Teilnehmenden lesen den Text still für sich.
Die Reflexion erfolgt individuell anhand folgender Fragen:
• Was berührt mich?
• Welche Kraft spüre ich?
• Wo erkenne ich mich wieder?
• Was lernt mein Körper?
Kein Austausch.5. Resonanz-/Antwortkarte schreiben (10’)
Jede Person schreibt eine Antwortkarte zur gelesenen Story. Leitstruktur: «Als ich deine Karte gelesen habe…», «Dieser Moment zeigt mir…», «Dein Mut erinnert mich…», «Was ich dir zurückgeben möchte…». Wertschatzung statt Analyse.
6. Reflexion (10’)
Kurze Reflexion im Plenum oder in Zweiergruppen (je nach Sicherheitsniveau): Was hat sich verändert? Welche Barriere wurde kleiner? Was nehme ich als Micro-Impuls in den Alltag mit?
- Rollen: Facilitator:in, Teilnehmende
- Haltung: wertschätzend, nicht wertend, präsent, sprachlich präzise, schützend gegenüber persönlichen Erfahrungen
- Mutkarten
- Resonanzkarten
- Farbige Stifte
- Moderationskarten (optional)
- ruhiger Raum mit Tisch und Sitzmöglichkeiten
- Couvert oder Box, um die Mutkarten zu sammeln und anonym zu verteilen
- Post-it
- Board für Schluss-Reflexion
Tipps an Facilitator:innen
Verweise
- Edmondson, A. (2019): The Fearless Organization
- Konzepte zu Psychological Safety & Speak-Up (CRM-Kontext)






