Nussknacker-Methode

Die Methode schafft einen lebendigen Zugang zu Produkten und Dienstleistungen durch deren Transformation zu einer menschenähnlichen Figur.

Zeit

90 Minuten

Gruppengrösse

2–8 Personen 

Schwierigkeitsgrad

Charakter

Konvergierend, visuell, verbal, aktivierend

Von Nadja Tan Katumba

In der «Nussknacker-Methode» geht es darum, sich ein Produkt oder eine Dienstleistung als menschenähnliche Figur vorzustellen und diese mit Werten, Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen zu beschreiben. Das Produkt wird fassbarer, wenn es als Freund (Companion) betrachtet wird. Die Methode baut eine personifizierte Brücke zum Produkt oder zur Dienstleistung und hilft dabei, deren Eigenschaften festzulegen, auszugestalten und weiterzuentwickeln. Als Grundlage für die Entwicklung der «Nussknacker-Methode» diente das Spiel «Pinocchio-Produkt [1]».

  • 1. Leitfragen

    Folgende Fragen leiten durch den Workshop und werden jeweils als Titel auf ein Flipchart Papier geschrieben:

    • Wie ist sie/er*? 
    • Was sind ihre/seine Werte? 
    • Mit wem hat sie/er es zu tun? 
    • Wofür kämpft sie/er?

    *«sie/er» kann auch durch einen Namen für das personifizierte Produkt ersetzt werden

  • 2. Vorbeitung Szenarien

    Denke dir vor dem Workshop drei mögliche Situationen aus, in denen die Hauptfigur (stellvertretend für das Produkt oder die Dienstleistung) etwas vorschlägt, eine Entscheidung trifft oder eine Aktion auslösen muss. Schreibe die Situationen auf Karteikarten.

  • - Workshop - 

  • 3. Einstimmung

    Die Teilnehmer sollen sich das Produkt oder die Dienstleistung als lebendige Figur oder Charakter vorstellen. Skizziere in die Mitte des Flipcharts eine Fantasie-Figur mit Kopf, Armen und Beinen. Jeder darf sich auch seine eigene Figur aus Knetmasse formen. 
    Dauer 10 Minuten

  • 4. Frage: «Wie ist sie/er?»

    Jeder Teilnehmer beschreibt anhand möglichst präzis gewählter Adjektive die Charaktereigenschaften der Figur auf Post-its, stellt sie kurz vor und platziert sie um die Figur herum. Die Eigenschaften werden gemeinsam geclustert und per Punktwahl bewertet. Die Figur erhält auch einen Namen.
    Dauer 20 Minuten

  • 5. Frage: «Was sind ihre/seine Werte?»

    Zeichne ein neues Bild der Figur in die Mitte des Flipcharts. Teile die vorbereiteten Karteikarten mit den Situationen auf die einzelnen Teams auf. In den Teams wird besprochen, wie sich die Figur in der jeweiligen Situation verhalten würde und welche Werte daraus abgeleitet werden können. Vorstellung der Szenarios.
    Dauer 20 Minuten

  • 6. Frage: «Mit wem hat sie/er es zu tun?»

    Zeichne die Figur erneut in einer anderen Pose. Wer sind ihre Freunde, mit wem hat sie es zu tun? Die Teilnehmer benennen die Freunde (Benutzergruppen) der Figur. Schreibe und zeichne sie um die Figur herum auf. 
    Dauer 10 Minuten

  • 7. Frage: «Wofür kämpft sie/er?»

    Zeichne die Figur auf dem Flipchart mit ein paar Boxhandschuhen. Wofür kämpft die Figur? Was liegt ihr besonders am Herzen? Jeder macht sich Gedanken. Die Teilnehmer dürfen dazu auch gerne im Raum umhergehen. Danach schreibt jeder seine wichtigsten Erkenntnisse um die Figur herum auf. 
    Dauer 10 Minuten

  • 8. Reflektion

    Kurze Reflektion in der Gruppe über die entwickelte Figur, ihre Persönlichkeit und die Bedeutung für die Weiterentwicklung des Produktes oder der Dienstleistung.
    Dauer 10 Minuten

  • 9. Dokumentation

    Die Ergebnisse werden abschliessend auf dem Nussknacker-Canvas oder einer eigenen Vorlage festgehalten und dokumentiert. 
    Dauer 10 Minuten

Rollen

Methodenleader/Vermittler
der auch eine aktive Rolle spielen kann 

Teilnehmende
2-8 Teilnehmer

Benötigtes Material

[1] Quellangabe: Dave Gray: Gamestorming: Ein Praxisbuch für Querdenker, Moderatoren und Innovatoren, O'Reilly Media, Inc, USA, 2011, S. 203 «Pinocchio-Produkt» - ISBN 978-3-89721-326-5

Tipps

Offen sein, dass auch ein Produkt eine Persönlichkeit haben kann.

Jeder kann seine eigene Figur aus Knetmasse formen. Für Abwechslung sorgen und auch Teilnehmer fürs Zeichnen der Figur begeistern.

Bedenke, je menschlicher ein Charaker ist, desto mehr verfügt er/sie auch über widersprüchliche Eigenschaften.

Die Teilnehmer anregen, Geschichten aus der Perspektive der Figur zu erzählen.