Schuhbarometer

Kinder zeigen, wie ihr Tag war und gewinnen Selbstwirksamkeit und Orientierung.

Zeit

3 Minuten

Gruppengrösse

2 – 8

Schwierigkeitsgrad

Methodentypologie

  • Sammeln
Von Alex Robert (2026)

Das Schuhbarometer wird im Familienalltag mit Kindern eingesetzt, besonders wenn Gespräche und Reflexion schnell überfordernd sind. Die Methode verbindet eine kurze tägliche Handlung im Eingangsbereich mit der Grundidee, nicht zu zeigen, wie gut oder schlecht etwas lief, sondern dass etwas passiert ist. Kinder zeigen über ihr Handeln, wie ihr Tag war, ohne Erklärungen. Die Wahl liegt beim Kind, nicht bei den Erwachsenen.

  • 1. Vorbereitung (1')

    Im Eingangsbereich werden 3–5 Bodenfelder ausgelegt (z. B. Matten, Klebepunkte oder Teppichstücke). 
    Die Felder stehen für unterschiedliches Handlungserleben, nicht für Emotionen. 
    Felder: 

    • Grün: Yeah! Etwas geschafft oder gelernt. 
    • Gelb/Orange: Anstrengend, blöd. Etwas ist nicht so gelaufen wie erwartet. 
    • Blau: Hilfe! Ich brauche Unterstützung oder eine Pause. 
    • Grau/Weiss: Nichts Besonderes. 

    Als Vorbereitung wird den Kindern das Schuhbarometer erklärt und vermittelt, dass sie sich nicht äussern müssen, Erwachsene aber jederzeit ansprechbar sind, wenn sie etwas teilen möchten.

  • 2. Schuhe versorgen (1')

    Beim nach Hause kommen stellt das Kind seine Schuhe auf ein Feld, das seinem Handlungserleben entspricht. 
    Erwachsene fragen nicht nach und kommentieren die Kategorisierung nicht. Das Kind kann sich freiwillig äussern, muss es aber nicht. 

  • 3. Festhalten (1')

    Die Platzierung der Schuhe wird in einer einfachen Wochenübersicht, zum Beispiel auf einem Kalender oder einer ähnlichen Fläche, sichtbar festgehalten. Auf dieser Grundlage kann zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen eines Wochenrituals (Retro) darauf Bezug genommen werden, wobei das Kind ausgewählte Momente aus der Woche benennt oder auf sie Bezug nimmt. 

Rollen & Haltung
  • Beim Schuhbarometer nehmen die Erwachsenen eine begleitende und bewusst zurückhaltende Rolle ein. Sie gestalten den Rahmen im Eingangsbereich und sorgen für eine Wochenübersicht, ohne die tägliche Platzierung der Schuhe zu kommentieren oder zu hinterfragen. Die Handlung des Kindes bleibt im Alltag unkommentiert. 
  • Das Kind entscheidet selbst, ob und wie viel es erzählen möchte. Es hat beim Schuhbarometer die aktive Rolle, wählt täglich das Feld. Bedeutung entsteht aus der eigenen Auswahl des Kindes und nicht aus Rückmeldung oder Bewertung durch Erwachsene.
Benötigtes Material
  • Stifte und Papier
  • Teppich, Schuhabtropfschale

Tipps an Facilitator:innen

Die Bodenfelder gemeinsam mit den Kindern gestalten. Das macht Spass und wird schneller zu etwas Eigenem.

Rahmen klar, aber zurückhaltend gestalten. 

Schweigen zulassen, aber nicht erzwingen. Den Kindern erklären, dass sie sich nicht äussern müssen, Erwachsene aber jederzeit ansprechbar sind.

Im Alltag nicht nachfragen oder kommentieren. Weil Nachfragen aus einer einfachen Handlung sofort ein Gespräch oder eine Bewertung machen. Das erzeugt Druck und kann das Gefühl verstärken, beobachtet zu werden. Das Schuhbarometer soll ein sicherer, wortloser Ausdruck bleiben. Bedeutung wird bewusst auf das Wochenritual verschoben, wo Zeit, Ruhe und Beziehung vorhanden sind. 

Die Auswahl des Kindes respektieren, auch wenn sie überrascht.

Gestalten der Bodenfelder.
Gestalten der Bodenfelder.
Beim Heimkommen platziert das erste Kind seine Schuhe auf einem Feld seiner Wahl.
Beim Heimkommen platziert das erste Kind seine Schuhe auf einem Feld seiner Wahl.
Das zweite Kind folgt dem gleichen Ablauf und legt seine Schuhe auf ein Feld.
Das zweite Kind folgt dem gleichen Ablauf und legt seine Schuhe auf ein Feld.
Die beiden Kinder haben ihre Schuhe auf den Bodenfeldern platziert. Ganz nebenbei sind die Schuhe jetzt auch ordentlich aufgeräumt.
Die beiden Kinder haben ihre Schuhe auf den Bodenfeldern platziert. Ganz nebenbei sind die Schuhe jetzt auch ordentlich aufgeräumt.
Die täglichen Handlungen werden zu einer Wochenansicht zusammengeführt.
Die täglichen Handlungen werden zu einer Wochenansicht zusammengeführt.

Verweise

  • Bennett, Laura (2024). ADHS Erziehungsratgeber für Jungen. Praxisorientierter Ansatz zu Selbstvertrauen, Wachstumsdenken und Alltag mit ADHS.
  • Gendron, Alice (2015). ADHD Guide. Tipps und Tricks, die dein Leben leichter machen.
  • Bandura, Albert (1997). Self Efficacy: The Exercise of Control. New York: W. H. Freeman.
  • Hulik, Jana (2024). Stärkung der Selbstwirksamkeit als Mittel zur psychischen Stabilisierung. Bachelorarbeit, ZHAW Soziale Arbeit.