Where the F**** is my Problem?

Die Kunst, Probleme zu konkretisieren und einzuordnen. 

Zeit

60 Minuten

Gruppengrösse

4–10 Personen

Schwierigkeitsgrad

Methodentypologie

  • Problem (Re-) Definition
  • Sammeln
Von Jana Hulik (2026)

Ein Team hat ein Anliegen, kann dieses jedoch nicht benennen. Die Rahmenbedingungen sind bekannt, doch die Situation lässt sich nicht konkret erfassen.

Diese Methode ermöglicht eine wertfreie Exploration des Problemraums und macht ihn für die Beteiligten greifbar. Sie ist nicht geeignet, wenn bereits ein klar formuliertes Problem vorliegt und nur nach Lösungen gesucht wird. 

  • 1. Vorbereitung der Facilitator:innen

    Raum gestalten: Post-it's vorbereiten, 6 W-Fragen aufschreiben, räumliche Trennung für die Gruppen sichern, gegebenenfalls Präsentation für die gemeinsame Einführung vorbereiten. 

    Cluster-Themen überlegen wie beispielsweise: Emotionale Bedürfnisse, Feedback, Beobachtungen, Hypothesen, Erwartungen, Prozess und Zusammenarbeit, Rahmenbedingungen und System oder Lernperspektive et cetera.

  • 2. Setup und Regeln (5')

    Ziel, Ablauf und Rollen klären. Gemeinsame Regeln für den Umgang definieren, um psychologische Sicherheit zu schaffen. 

    Beispiele: 
    Wir lassen einander ausreden und hören aktiv zu. Wir gehen vertraulich mit persönlichen Beispielen um: Was hier gesagt wird, bleibt im Team. Wir nehmen unterschiedliche Ansichten ernst und kritisieren nicht.  

  • 3. Gemeinsame Einführung (5')

    Kurz das Thema rahmen und eine gemeinsame Grundlage für die Problemsituation schaffen:

    • Zeitraum erläutern
    • Situation schildern
    • gegebenenfalls Statistiken hinzuziehen
    • Verständnisfragen klären
  • 4. 6 W-Fragen (25')

    Gruppen von 2-5 Personen bilden. 

    • Warum, Was, Wann, Wie, Wer, Wo -> Antworten auf Post-Its schreiben. 1 Post it pro Aussage.  
    • Punktuell einchecken und aufpassen, dass im Problemraum gearbeitet wird und keine Lösungen gesucht werden.  
  • 5. Clustern (10’)

    Gruppen zusammenbringen und gemeinsam thematisch clustern. Schauen, welche Antworten mehrfach genannt wurden.
    Hier sind kurze Diskussionen erlaubt, um die Antworten korrekt einordnen zu können. 

  • 6. Reflexion (10')

    Diskussion eröffnen und moderieren. Beispiele für Leitfragen: 

    • Welche Cluster sind anders als erwartet?
    • Was überrascht?
    • Welche Erkenntnisse werden gewonnen? 
    • Was ist der Kern des Problems und was sind Symptome? 
  • 7. Entscheidung (5')

    Gemeinsamen Konsens finden: 

    • Welcher Cluster hat die höchste Relevanz?
    • Wie wollen wir damit weiterfahren? 
    • Braucht es eine konkrete Folgehandlung wie eine Intervision oder Ähnliches? 
Rollen & Haltung

Facilitator:innen als Zuhörende 

  • hören aktiv zu, klären Begriffe und spiegeln ohne Bewertung 
  • machen Perspektiven sichtbar und halten den Fokus im Problemraum 

Facilitator:innen als Raumhaltende 

  • schaffen Sicherheit durch klare Regeln und respektvolle Prozessführung 
  • strukturieren, balancieren Beteiligung und sichern Ergebnisse für nächste Schritte 
Benötigtes Material
  • Post-It’s 

  • Flipchart mit Clustern

  • Timer 

  • Marker 

Tipps an Facilitator:innen

Gehe punktuell zu den Gruppen und stelle sicher, dass sie nicht in den Lösungsraum abschweifen. 

Mehr ist MEHR! Ermutige die Teilnehmenden, alles aufzuschreiben, was ihnen in den Sinn kommt! 

Sind mehrere Stakeholder involviert, versuche deren Ansichten einzubringen. Lade beispielsweise die Stakeholder selbst ein oder sensibilisiere das Team, auch deren Sichtweise einzubringen. 

Konkretisiere weitere Schritte: reicht dem Team diese Klärung oder soll damit in einem nächsten Schritt weitergearbeitet werden? 

Vorbereitung des Workshops
Vorbereitung des Workshops
Diskussion der 6 W Fragen
Diskussion der 6 W Fragen
Clustern der W Fragen
Clustern der W Fragen
Reflexion über die Cluster und Planung der nächsten Schritte
Reflexion über die Cluster und Planung der nächsten Schritte

Verweise
Lewrick, M., Link, P., & Leifer, L. (2019). Das Design Thinking Toolbook. Die besten Werkzeuge & Methoden. Verlag Franz Vahlen.