Zwei Wahrheiten, eine KI-Lüge

Eisbrechen und Abbau von Berührungsängsten durch gezieltes Provozieren von KI-Halluzinationen

Zeit

15 Minuten

Gruppengrösse

3–12 Personen

Schwierigkeitsgrad

Methodentypologie

  • Warm up
Von Irina Eftimie (2026)

Die Methode dient als Einstieg in Workshops, in denen KI als kreativer Sparringspartner und Helfer bei komplexen Aufgabenstellungen eingeführt wird. Sie eignet sich besonders für Teams, die skeptisch gegenüber der Zuverlässigkeit von KI sind, da sie die «Schwäche» der Halluzination in eine spielerische Stärke verwandelt.

  • 1. Fakten sammeln (2’)

    Alle Teilnehmenden notieren sich zwei interessante und wahre Fakten über die eigene Person.

  • 2. Prompten (3’)

    Die Teilnehmenden nutzen den vorbereiteten Prompt (siehe Anhang) und lassen die KI auf Basis der beiden Wahrheiten mehrere Lügen erfinden. Aus den generierten Lügen wählen die Teilnehmenden den Satz aus, der ihnen am besten gefällt.

  • 3. Performance (5’)

    Die Teilnehmenden lesen ihre drei Aussagen (die Wahrheiten und die Lüge wurden von der KI vermischt) im Plenum oder in Kleingruppen vor. 

  • 4. Voting und Auflösung (5’)

    Die Gruppe rät, welche Aussage die KI-Lüge ist. Kurze Reflexion: Wie «echt» klang die Halluzination?

Rollen & Haltung

Die Facilitatorin oder der Facilitator agiert als Ermöglicherin oder Ermöglicher. Es wird ein sicherer Experimentierraum geschaffen, in dem es kein «Richtig» oder «Falsch» gibt, und sie oder er baut in dieser Rolle Brücken zwischen Mensch und Technologie.

Benötigtes Material
  • Smartphones oder Laptops der Teilnehmenden 
  • Zugang zu einer generativen KI (z. B. Gemini, ChatGPT)
  • Prompt-Vorlage
  • Timer 
  • evtl. Miro-Board oder Post-Its mit Stiften (zur Dokumentation)

Tipps an Facilitator:innen

Zeige als Facilitatorin oder Facilitator zuerst dein eigenes Beispiel, um die Hemmschwelle beim Vorlesen zu senken.

Wenn die KI-Lüge zu offensichtlich ist, animiere die Teilnehmenden zu einem «Prompt-Loop», indem sie die KI zu mehr Kreativität auffordern. So lernen sie spielerisch die iterative Natur von KI-Prompting kennen.

Nutze das Ergebnis, um kurz zu erklären, warum KIs halluzinieren (statistische Wahrscheinlichkeit von Wörtern). 

Surreale Kunst: Die Resultate aus einem Workshop als KI-generierte Collage visualisiert.
Surreale Kunst: Die Resultate aus einem Workshop als KI-generierte Collage visualisiert.
Die Basis für die Collage: Die Fakten aus dem Workshop auf Post-its.
Die Basis für die Collage: Die Fakten aus dem Workshop auf Post-its.
Einfach und schnell: Um die Lügen zu generieren, müssen nur die beiden Fakten in den Chat gestellt werden.
Einfach und schnell: Um die Lügen zu generieren, müssen nur die beiden Fakten in den Chat gestellt werden.

Verweise
Eftimie, Irina (2025): AI-Icebreaker – Zwei Wahrheiten, eine KI-Lüge. Anleitung und System-Prompts zur spielerischen Vermittlung von KI-Kompetenz. Unveröffentlichtes Arbeitsmaterial, Zürich: Ringier AG / ZHdK.