Metron Verkehrsplanung konzipiert Verkehrsnetze und gestaltet den öffentlichen Raum. Eine nachhaltige Mobilität steht dabei im Vordergrund.
Konsensfähige und Realisierbare Lösungen in der Verkehrsplanung fokussieren meist auf eine Effizienzsteigerung zum Beispiel mehr Verkehr auf der gleichen Fläche. Suffiziensaspekte wie zum Beispiel weniger Mobilität oder weniger Fläche für Verkehr sind schwer umzusetzen, wären aber für eine nachhaltige Mobilität dringend notwendig. Zeit also, über Suffizienzaspekte in der Mobilität ernsthafter nachzudenken!
Unsere Kundenprojekte bieten für diese Auseinandersetzung die ideale Grundlage: Wir arbeiten gemeinsam mit Fachpersonen, Politik und Öffentlichkeit an konkreten und realen Fragestellungen. Somit könnten – zumindest in der Theorie - neue Perspektiven eingenommen und Ideen getestet werden. Aber: Bei den meisten Kundenprojekten handelt es sich um Aufträge der öffentlichen Hand. Inhaltlich gute Lösungen werden manchmal aufgrund fehlender politischer Machbarkeit frühzeitig verworfen.
Wie könnten wir den Fokus stärker auf suffiziente Lösungen richten, dass daraus Mehrwerte für unsere Kundenprojekte entstehen und unsere Haltung nach innen und aussen sichtbar wird?
Mit dem dafür entwickelten Prozess konnten die genannten Chancen, welche die Kundenprojekte für die Auseinandersetzung der Suffizienzfrage bieten, genutzt werden, ohne dass gute Ideen durch reale Restriktionen vorzeitig eliminiert werden.
Team Seitenwagen
Das Herzstück des Prozesses bildet ein Team aus internen Fachpersonen, welches die Kundenprojekte im Hintergrund begleitet, Informationen aufbereitet und die Erkenntnisse ins Unternehmen zurückbringt.
Kundenprojekte im Fokus
Den Ausgangspunkt bildeten drei ausgewählte Kundenprojekte. Das «Team Seitenwagen» hat für alle Projekte Ideen entwickelt, welche die Suffiziensaspekte maximal berücksichtigen, auch wenn die (politische) Machbarkeit in der Realität nicht gegeben wäre. Die Entwicklung erfolgte im Hintergrund ohne direkten Kontakt mit der Auftraggeberschaft. Dadurch konnte das Team Seitenwagen deutlich freier Ideen generieren, als dies den stark und direkt involvierten Projektverantwortlichen möglich gewesen wäre.
Diese Ideen wurden anschliessend in einem gemeinsamen Workshop mit den Projektverantwortlichen und unbeteiligten Experten gespiegelt.
So konnten
- Die Suffizienzaspekte projektspezifisch vertieft untersucht werden
- Hinweise zur potenziellen Wirkung und möglichen Hemmnissen gesammelt werden
- Mögliche Ansatzpunkte für eine Teilintegration in künftige Projekte erarbeitet werden
- Die Haltung generell geschärft und Wissenslücken aufgedeckt werden
Rückschlüsse für das Unternehmen und die Projektarbeit
Die Erkenntnisse aus dem Workshop werden in einem nächsten Schritt genutzt, um auf Unternehmensebene Wissenslücken aufzudecken, die Haltung zu einzelnen Themen zu schärfen und diese Haltung nach Aussen zu tragen. Zudem können durch die Analyse Wege gesucht werden, nachfolgende Projekte zu optimieren.
Der Prozess konnte am Thema «Suffizienzaspekte in der Mobilität» erfolgreich angewendet werden. Sowohl auf inhaltlicher Ebene als auch auf Prozessebene konnten wertvolle Erkenntnise gesammelt werden. In Arbeit ist zurzeit die Entwicklung konkreter Massnahmen auf Unternehmensebene und der Transfer der Erkenntnisse in nachfolgende Kundenprojekte.
Herausfordernd hat sich die die Diskussion der Ideen mit den Projektbeteiligten gestaltet. Den direkt im Kundenprojekt involvierten Personen fiel es teils schwer, über das tatsächlich Machbare hinauszudenken. Im Workshop konnte darauf methodisch gut reagiert werden.
Als Facilitatorin leitete ich den Gesamtprozess und koordiniere die verschiedenen Gefässe, Workshops und Sitzungen. Meine Fähigkeit, den Überblick über den Prozess und die Zwischenergebnisse zu behalten und zum richtigen Zeitpunkt die notwendige Struktur zu geben, konnte ich sehr gut einsetzen.
- Konsensfähige Lösungen im Bereich Mobilität fokussieren meist auf mehr Effizienz (also mehr Mobilität auf der gleichen Fläche). Die Umsetzung von Lösungen, die auf Suffizienzaspekte fokussieren, sind oft nicht mehrheitsfähig.
- Es ist hilfreich, komplexe Themen und Sachverhalte an konkreten Anwendungsfällen zu explorieren. So können Wissenslücken ermittelt, Fragestellungen konkretisiert und der Sachverhalt fassbar gemacht werden.
- Personen, die im direkten Kontakt mit der Auftraggeberschaft arbeiten, fällt es teils schwer, über den konkreten Auftrag hinauszudenken. Hier hilft es, diese Aufgabe einem Team zu übertragen, welches dies im Hintergrund macht.





